Cihangir Gümüștürkmen setzt sich mit der Bedeutungsschwere der bekanntesten Kunstwerke, u.a. aus der Renaissance, und seinen eigenen Fotocollagen spielerisch auseinander und zeigt dadurch seinen ganz eigenen Kosmos.

In seiner Serie
Ecnassianer — Bilder in Acryl mit Spiegelfolie auf Leinwand – negiert er Gesichter bekannter Renaissancewerke, indem er das Zentrum des Bildes durch eine Spiegelfolie ersetzt, wie z.B. bei da Vincis „Dame mit Hermelin“ und Botticellis „Geburt der Venus“. Dadurch sieht sich der Betrachter im Zentrum des Bildes selbst – Betrachter und Raum werden durch die Reflexion ein Teil des Werkes.

In seinen aktuellen Arbeiten verwendet der Künstler Fotos aus verschiedenen Epochen in Fotocollagen. Diese Fotocollagen werden dann in Öl auf Leinwand gemalt. Er bedient sich dabei nicht nur aus seinem eigenen Familienalbum und malt sich als Kind („My doll“) oder seine Mutter und Tante tanzend auf einem See in den sechziger Jahren in Izmir („Dancing on the lake“). Auch hier zitiert er wieder die Renaissance. So entsteht bei „Mona Lisa on holiday“ eine Kombination bei der die Mona Lisa in einem Swimmingpool zu sehen ist. Ihr weltberühmtes Lächeln ist bewusst unter Wasser. Betrachtet man das Bild der Mona Lisa im Pool genauer, so scheint es, als ob sie weiterhin lächelt. Im Hintergrund links sehen wir eine überdimensionale Eule, die den Betrachter fragend in die Augen schaut. Rechts läuft ein Labrador über das Wasser und es scheint so, als würde er der Mona Lisa in die Augen schauen. Flüchtig betrachtet wirken diese Kombinationen ganz normal, doch wer sie sich genauer anschaut, wird bei längerer Betrachtung immer etwas Neues entdecken.